Niemand - grundsätzlich niemand. Das ist der absolut härteste Kern an Informationen über mich.
Und übrigens: Auch ich selber würde niemals einen solchen Test machen lassen, und zwar aus zwei Gründen: Erstens, weil wir ein einziges Mal mit einem Satz Genen ausgerüstet werden, unsere Risiken, Fähigkeiten, Eigenschaft aber durch millionenfache Erlebnisse und Erfahrungen im Alltag überlagert werden. Kurz allen Beteuerungen zum Trotz: Wer z.B. übergewichtig oder fettsüchtig wird, kann sich nicht auf die Gene berufen - er oder sie muss schon selbst dafür sorgen, dass mehr Kalorien verzehrt als verbraucht werden. Anders ist Übergewicht gar nicht möglich! So einfach ist das.
Mein zweites Argument: Angenommen es stellte sich heraus, dass mein P53-Wächtergen, das angeblich vor Krebs schützen soll, einen Defekt hätte? ... Ich lege sehr großen Wert darauf, unbeschwert leben zu können. Dass ich mich irgendwann von dieser Welt verabschieden werde, steht fest - aber unbeschwerte Lebensjahre? Das zählt viel für mich. Das Recht auf Nicht-Information ist für mich essentiell.
Und außerdem: Angenommen ich hätte eine besondere Disposition zu Krebs und würde mich allen möglichen Vorkehrungen und Therapien unterziehen, mein Leben vollends unter die Kontrolle von Ärzten stellen und mich freudloser Askese unterziehen: Wer garantiert mir, dass ich nicht im nächsten Halbjahr einen tödlichen Fahrradunfall erleide oder in zwei Jahren an einem Herzinfarkt versterben muss?
Ich bezweifle den Nutzen der diagnostischen Gentechnik - EINEN Nutzen aber hat er allemal: Ein gutes Geschäft für Ärzte und die Pharma-Industrie und die Chance möglichst viele Menschen unter die Kontrolle des Medizinsystems zu bringen - keineswegs immer zum Nutzen des Einzelnen. Als verantwortlicher Minister würde ich keinen Cent Forschungsgelder in die Gentechnik investieren!
Über die ebenso triviale wie offensichtliche Tatsache, dass es im Internet keinen Datenschutz gibt, sondern früher oder später alles geknackt wird, was zu knacken ist, will ich mich hier gar nicht äußern - und einen Job bei einem, Arbeitgeber, der vor der Einstellung erst meinen genetischen Status wissen möchte - würde ich erst gar nicht antreten wollen. Dem Missbrauch werden Tür und Tor geöffnet.
Mbiko
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2Kommentare
Trifft den Nagel auf den Kopf, ich sehe zwar ...
4. Juli 2008 - 18:45 – JonasTrifft den Nagel auf den Kopf,
Kommentar meldenich sehe zwar das Wissen über eigene Gendefekte als etwas gutes an stimme dir ansonsten jedoch in jedem Punkt zu das ist wieder Pharma-abzocke und alles was Online ist kann gehackt werden.
Man ist ja noch nicht mal in der Lage, die Ba ...
27. August 2008 - 19:17 – GastMan ist ja noch nicht mal in der Lage, die Bankdaten der Bürger ausreichend zu schützen.
Kommentar meldenUnd bei den Gendaten wird es nicht anders sein.