
Geschichte und Ziele
Die VDW wurde 1959 in Berlin von einer Gruppe prominenter Atomwissenschaftler gegründet, unter ihnen Carl Friedrich von Weizsäcker und die Nobelpreisträger Max Born, Otto Hahn, Werner Heisenberg und Max von Laue. Zwei Jahre zuvor war dieser Kreis einer breiten Öffentlichkeit als Göttinger 18 bekannt geworden: Die Atomwissenschaftler hatten sich öffentlich gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr ausgesprochen.
Seither fühlt sich die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) der Tradition verantwortlicher Wissenschaft verpflichtet. Sie behandelt auf Jahrestagungen und in interdisziplinär arbeitenden Studiengruppen sowie in öffentlichen Stellungnahmen Fragen von Wissenschaftsorientierung und Technologieentwicklung einerseits und Friedens- und Sicherheitspolitik andererseits. Dabei ist auch die Rolle der Wissenschaft selbst bei der Genese und bei der Lösung der Probleme Gegenstand
der Betrachtung.
Mit ihrer Schriftenreihe Wissenschaft in der Verantwortung (BWV Berliner Wissenschafts-Verlag) bietet die VDW ihren Mitgliedern ein Forum zur Diskussion mit einer interessierten Öffentlichkeit auf allen Ebenen von Politik und Gesellschaft.
Aktuelle Themen
- die Implikationen des globalen Wandels
- die Bedeutung öffentlicher Güter für menschliche Sicherheit und Frieden
- die Verankerung des Vorsorgeprinzips in Wissenschaft und Politik
- Biodiversität, Landwirtschaft und Agrogentechnik
- veränderte Standortbestimmungen der Wissenschaften
- Forschungs- und Wissenschaftspolitik
- Nukleare Abrüstung und Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen
- Europäische Sicherheitspolitik
Whistleblower-Preis
Die VDW verleiht zusammen mit der IALANA (International Association of Lawyers Against Nuclear Arms, Deutsche Sektion) den Whistleblower-Preis an Personen, die in ihrem Wirkungskreis schwerwiegende, mit erheblichen Gefahren für Mensch, Gesellschaft und Demokratie, Umwelt oder Frieden verbundene Missstände aufgedeckt haben. Die Preisverleihung wird in ihrer Schriftenreihe dokumentiert.
Pugwash
Die VDW bildet die deutsche Gruppe der 1957 gegründeten und 1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Pugwash Conferences on Science and World Affairs. "Pugwash International" veranstaltet neben Jahrestagungen Workshops zu Problemen nuklearer Abrüstung und Nonproliferation, zu Themen biologischer und chemischer Waffen und Waffentechnologien, zu Fragen nachhaltiger Entwicklung und ihrer Bedeutung für den Frieden und zur Verantwortung der Naturwissenschaftler.
Interdisziplinäre Studiengruppen der VDW
- Agrikultur & Biodiversität einschl. Agrogentechnik und biologische Sicherheit
- Forschungs- und Wissenschaftspolitik
- Friedens- und Sicherheitspolitik
- Geschlechterdimension gewalttätig ausgetragener Konflikte
- Ökonomie
Geschäftsstelle
Glinkastr. 5-7
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